14/04/2026 0 Comments
Mit Erfahrung und Blick nach vorn
Mit Erfahrung und Blick nach vorn
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Mit Erfahrung und Blick nach vorn
Zossen. Wie kann Kirche in Zukunft wieder mehr Menschen erreichen? Welche Formen von Gemeinschaft, Gottesdienst und Engagement tragen? Das sind Fragen und Herausforderungen, die engagierte Gemeindeglieder sowie kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieser von Zukunftsängsten geprägten Zeit umtreiben.
Diese Fragen beschäftigen auch den im vergangenen Herbst neu gewählten Superintendenten des Kirchenkreises Zossen-Fläming, Nico Steffen. In dem von ihm verantworteten Kirchenkreis gibt es in kleinen und mittleren Städten sowie in Dörfern mehr als 130 Gotteshäuser, die durch ihre Architektur und ihr hohes Alter beeindrucken. Von den Ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitenden in 22 Pfarrbereichen werden sie mit Leben erfüllt.
„Das Ehrenamt ist ein besonderer und großer Schatz unserer Kirche, den man hüten und pflegen muss“, sagt Nico Steffen. Es ermögliche, dass Christinnen und Christen vor Ort zusammenkommen, Gemeinschaft erleben sowie Wort und Sakrament teilen. Zudem könnten die Kirchen auch außerhalb der Gottesdienstzeiten geöffnet und geschmückt werden oder Veranstaltungen betreut werden, so der neue Superintendent. Als Gemeindepfarrer in der Berliner Jeremias-Kirchengemeinde Spandau sowie bis vor kurzem in der Gesamtkirchengemeinde Dahme-Seenland im Kirchenkreis Zossen-Fläming lernte er viele aktive Gemeindeglieder kennen und schätzt ihr Engagement sehr.
Neu und trotzdem schon bekannt
Vor gut 52 Jahren in Königs Wusterhausen geboren, studierte Steffen Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und trug bereits seit Längerem Verantwortung im Kirchenkreis. Er leitete als Präses die Synode, war stellvertretender Superintendent und wurde nach dem Weggang von Superintendentin Katrin Rudolph ins EKBO-Konsistorium von den Mitgliedern der Kreissynode zu ihrem Nachfolger gewählt.
Zwar kann auch für einen Superintendenten eine Anlaufphase mit einem Blick von außen hilfreich sein, doch Nico Steffen konnte durch seine genaue Kenntnis des Kirchenkreises wichtige Themen sofort angehen. Personalfragen stehen dabei im Fokus – und mit ihnen leider auch Einsparungen. Zugleich betont Superintendent Steffen, dass es gelungen sei, zwei junge Pfarrerinnen im Entsendungsdienst nach ihrer zweijährigen Probezeit längerfristig im Kirchenkreis zu halten.
Auch in Zossen-Fläming sind die finanziellen Mittel knapper geworden. So werden die Bauzuschüsse für die Gemeinden geringer. „Die Gemeindekirchenräte sollten sich verstärkt nach Fördermöglichkeiten aus kommunalen, Landes- und Bundesmitteln umsehen. Der Kirchenkreis bietet dafür eine gute Begleitung durch unsere Fundraising- und Drittmittelakquise-Mitarbeiterin in der Superintendentur“, sagt Steffen. Im Gespräch ist zudem die EKBO-Initiative „Dialog und Wandel“, die die Öffnung kirchlicher Räume – vor allem in Dörfern – für Kommunen und Vereine fördert.
Leuchttürme im Kirchenkreis
Nico Steffen berichtet auch von Kossin: Nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hat das gemeinschaftsstiftende Projekt in der kleinen Feldsteinkirche im Niederen Fläming Leuchtturmcharakter. Evangelische, altlutherische und orthodoxe Christinnen und Christen sowie Mitglieder der Neuapostolischen Gemeinde im benachbarten Schönewalde gestalten dort bei Veranstaltungen und Begegnungen eine lebendige Ökumene. Dafür wurde dem Projekt „Kossiner Nachmittage“ der Ökumenepreis 2025 der ACK verliehen, verbunden mit einem Preisgeld von 2000 Euro.
Auch von der gut besuchten Hörspielkirche in Prensdorf, nahe Dahme (Mark), spricht Superintendent Steffen begeistert – ebenso von den musikalischen Ehrungen für Paul Gerhardt in diesem Jahr in Mittenwalde.
Von Klaus Büstrin, Die Kirche, Ausgabe Nr. 16, 12. April 2026
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