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Die Kirchengemeinde Motzen besitzt einen Schatz, der so wertvoll ist, das er gar nicht in der Kirche besichtigt werden kann. Es handelt sich dabei um eine venezianische Altarbibel aus dem Jahr 1483. Sie stammt aus Venedig und gilt heute als eine der ältesten gedruckten Bibeln der Mark Brandenburg. 

Wie das wertvolle Exemplar nach Motzen kam, ist nicht bekannt. Historiker vermuten, dass es Mönche aus dem Kloster Lehnin waren, welche die Bibel nach Motzen brachten. Aber belegt ist das nicht. 

Am Schluss des letzten Kapitels mit dem Titel „Apokalypsis“ (Offenbarung) heißt es auf Lateinisch: „…die Heilige Schrift in ihrer Gesamtheit abgefasst von Magister Johanis in der Stadt Venedig im Jahre 1483 vor dem ersten Novembertage.“

Viele Jahrhunderte wurde die Bibel in Motzen aufbewahrt, bis sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verschwand. Ziemlich beschädigt, wurde sie dann 1956 beim Aufräumen des Dachbodens im Pfarrhaus wiedergefunden. Höchstwahrscheinlich hatten umsichtige Gemeindemitglieder das Buch vor den Kriegswirren gerettet und danach dort oben vergessen.

Um die Jahrtausendwende ließ die Kirchengemeinde das wertvolle Buch dann restaurieren. Heute liegt es die meiste Zeit in einem Safe im Heimatmuseum im Haus des Gastes in Motzen. Zu besonderen Anlässen und Festlichkeiten soll die Bibel dann mit auf dem Altar liegen.

Wer sich für das wertvolle Buch interessiert, kann es sich im Haus des Gastes jederzeit zeigen lassen. Wer dann noch die barocke Dorfkirche aus dem Jahr 1755 besichtigen möchte, kann sich im Pfarrhaus unweit der Kirche melden. Es lohnt sich auch ohne die wertvolle Bibel.

Letzte Änderung am: 28.01.2019