Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Der kelchförmige Taufstein aus dem späten Mittelalter ist etwas verdeckt durch die mächtigen Mittelsäulen im Kirchenschiff erst einmal nicht sofort zu entdecken. Dabei lohnt sich die aus Sandstein gefertigte Fünte näherer Betrachtung.

Das Fundament bilden die Sinnzeichen der vier Evangelisten Matthäus (Engel), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler). Die gleichen Symbole sind übrigens auch in den Medaillons über den seitlichen Fenstern des Altarraums zu finden. Die Evangelien mit ihren Jesusgeschichten und ihrer theologischen Deutung bilden das Fundament des christlichen Glaubens und der Kirche, deren Eintrittsritus die Taufe ist.

Die achteckige Form deutet dabei auf eine Überlieferung der Sintflut-Geschichte aus dem Alten Testament. Acht Personen, so erzählt die Bibel, sind aus der tödlichen Sintflut gerettet worden: Noah mit seiner Frau und ihre drei Söhne mit ihren Frauen.

Im Mittelalter bis in die Neuzeit hinein war die Taufe neugeborener Kinder ein selbstverständlicher Brauch. Der Täufling wurde dabei vollständig ins Wasser getaucht und herausgehoben. Dabei spielt die doppelte Bedeutung des Wassers als Tod bringendes und Leben spendendes Element eine Rolle. Durch das Eintauchen wird der Mensch dem gekreuzigten und sterbenden Christus übereignet, durch das Herausheben bekommt er Anteil am Leben des Auferstandenen - so hat der Apostel Paulus bereits in biblischer Zeit argumentiert. Im Taufstein ist dieser Gedanke durch die achteckige Form des Kelches angedeutet.

Der obere mit Blumen geschmückte Rand des Taufsteins weist auf die Unendlichkeit Gottes hin - der Kreis hat keinen Anfang und kein Ende. In der Taufe wird der Mensch in die Ewigkeit Gottes hineingetaucht und dadurch zum ewigen Leben bestimmt.

Der Taufstein wurde irgendwann durch unbekannte Umstände beschädigt und später recht unprofessionell geflickt; Das ursprüngliche Taufbecken ist nicht mehr dicht. Deshalb wird heute nur noch in der flachen, versilberten Schale getauft, die 1861 gestiftet wurde. 

Auch sonst beeindruckt die Kirche, durch ihre rankenförmige Wandbemalung mit den etwas rätselhaften mittelalterlichen Fabelwesen. 

Auch das erst 1961 entstandene Triumpfkreuz und die Schnitzfiguren auf dem Altar sind sehenswert.  

Weitere Infos finden Sie auf der Webseite der Kirchengemeinde Luckenwalde.

Letzte Änderung am: 05.08.2019