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Die kleine Kemlitzer Dorfkirche bei Dahme/Mark ist etwas Besonderes: 1856 im Schinkel-Stil erbaut wird Sie heute nicht mehr so oft als Gottesdienstkirche gebraucht. Allerdings finden hier in den Sommermonaten immer wieder kleine Gemälde-Ausstellungen statt. So macht sich diese Dorfkirche immer mehr als Kulturkirche einen Namen.

Dazu tragen dann auch die modernen Antipendien aus Baumwolle bei, die Magdalena Heinrich aus Gruhno bei Doberlug-Kirchhain von 2015 bis 2017 in mühevoller Handarbeit gewebt hat. Das Handwerk der Paramentik betreibt sie dabei als Hobby. Hauptberuflich ist sie als Krankenpflegerin tätig. 

An einem einzigen Antependium arbeitet sie durchschnittlich 80 Stunden. Eine künstlerisch große Leistung, die enorme Selbstdisziplin erforderte. Die Finanzierung der Kemlitzer Antipendien erfolgte ausschließlich durch private Spenden.

Ein Antipendium (lat. Vor-Hängen) ist ein Kanzel- oder Altarbehang. Die Grundfarben sind dabei am liturgischen Kalender des Kirchenjahres orientiert und haben eine spezielle Bedeutung. 

  • Weiß: Christi Geburt, Weihnachtszeit, Auferstehung und Osterzeit
  • Violett: Passionszeit, Advent
  • Grün: Trinitatiszeit
  • Rot: Pfingsten, Reformationsfest

 

Die Kemlitzer Antipendien haben darüber hinaus folgende symbolische Bedeutung:

Weißes Antependium: Gott kommt als Mensch auf die Erde und zeigt sich auch in den Wundern seiner Schöpfung. Jesus wird geboren. Nach Tod und Auferstehung geht es zurück zum Vater, in die "himmlische" Welt. Es gibt Schnittmengen zwischen Ihm und uns. Die Sonne kennt man als Symbol für Gott, das Licht, das die Dunkelheit durchbricht, ohne das es kein Leben gibt. Die Weihnachtssonne, das offene Grab, Licht, Leben, Freude, Reinheit, Klarheit...

Violettes Antependium: In Brot und Wein kommt Gott uns nah. Er möchte unseren Hunger nach Leben stillen, eine spürbare Verbindung herstellen. Genauso dürfen wir diese Gaben weiter teilen. Die Farben am Pult sollen an die Kleider der Leute erinnern, die sie Jesus als Teppich hinlegten, bevor die Leidenszeit begann. Und es sind adventliche Farben, mit "Sternenglitzer".

Rotes Antependium: Gottes Geist möge uns erfassen und uns zu neuen Erkenntnissen, Aktionen und zur Anbetung führen – damit etwas in Bewegung kommt zum Guten in dieser Welt und viele sich anstecken lassen mit dem Feuer der Begeisterung. Das bedeutet auch manchmal Blut und Tränen.

Grünes Antependium: Es bezieht sich auf das Gleichnis von den Vögeln und Lilien, die sich keine Sorgen machen darum, was sie anziehen und essen sollen. In gesundem Vertrauen wissen sie, das jeder Tag für das Seine sorgt. Das wirklich wichtige im Leben sind nicht die Äußerlichkeiten. Vertrauen üben zu Gott. Der Mohn (auf dem Pult) steht in voller Pracht und ist doch bald schon welk. Und doch möchte Gott uns damit Freude machen, wie mit vielen anderen Wunderwerken seiner Schöpfung. 

(Quelle: Kirchengemeinde)

Letzte Änderung am: 02.09.2019