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RSSPrint

Innovation und Improvisation: Jugendliche und Kinder für die Orgel begeistern

08.10.2020

In Jüterbog ist das erste landeskirchliche Orgelsymposium dieser Art zu Ende gegangen.

Jüterbog, 8.10.2020 - In Jüterbog ist nach zweieinhalb intensiven Tagen das erste landeskirchliche Orgelsymposium zu Ende gegangen. Über 100 Kirchenmusiker*innen aus ganz Deutschland kamen zusammen, um in zahlreichen Workshops Konzepte kennenzulernen, die Kinder und Jugendliche für die Orgel begeistern sollen, Es ging um neue Orgelliteratur, Improvisationsworkshops, Popmusik und natürlich um viel Musik an den historisch besonders wertvollen Orgeln Jüterbogs.

Einzigartig war auch die Vorstellung des Projekts "Digitale Orgel" durch den Hausherren und Initiator des Symposiums KMD Peter-Michael Seifried. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit der Orgelbaufirma Kisselbach aus Kassel. Die digitale Orgel ermöglicht Unterricht über die Distanz, nicht nur in Coronazeiten von Vorteil, sondern gerade im ländlichen Raum nützlich. Die Orgeln an unterschiedlichen Orten sind via Internet miteinander verbunden. Über "Zoom" halten Lehrer*in und Schüler*in miteinander Kontakt. Außerdem wird der Ton mittels hochwertiger Tontechnik übertragen. So könnte sogar jemand aus der Ferne einspringen, wenn vor Ort keine Organist*in für den Gottesdienst zur Verfügung steht.

Improvisation war beim Symposium auch in anderer Hinsicht gefragt. Die Niederländerin Lydia Vroegindeweij musste ihren Vortrag zu ihrem Projekt "Doe-Orgel" via Zoom halten, weil sie coronabedingt nicht nach Jüterbog reisen konnte. Für Kinder ließ die Unternehmerin und Verlegerin eine spezielle Orgel entwickeln, die sie unter Anleitung selbst zusammenbauen und spielen können. Inzwischen konnte sie damit bereits tausende Kinder für die Technik und den Klang von Orgeln begeistern.

Mal meditativ ausklingend, wie am Dienstagabend, mal ein Feuerwerk an Improvisationskunst: Die hochkarätigen Organistinnen und Organisten gaben an der Rühlmann-Orgel der Nikolaikirche alles, um das Publikum zu begeistern. Besonders eindrücklich war aber auch das kleine Konzert des Harmonium-Spezialisten Jörg Walter (Berlin), der dem besonderen Instrument ungeahnte Klänge entlocken konnte. 

Dabei hatten die Teilnehmenden auch die Möglichkeit im Vorbeigehen, die mittelalterlichen Charme verbreitende historische Altstadt Jüterbogs kennenzulernen. Denn zu den Veranstaltungsorten Liebfrauenkirche, Mönchenkloster, Goethe-Schiller-Gymnasium, Abtshof und St. Nikolai-Kirche ging es hin und her quer durch das Stadtzentrum.