Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Erinnern und mahnen

30.10.2018

Kirchenkreis und die Stadt Luckenwalde erinnern an die November-Progrome gegen Juden vor 80 Jahren.

Anlässlich des 80. Jahrestages der sogenannten „Reichskristallnacht“ 1938 lädt der Evangelische Kirchenkreis Zossen-Fläming gemeinsam mit der Stadt Luckenwalde am 9. November zum Progromgedenken in die Kreisstadt ein.

Erinnert werden soll an die Verbrechen gegen Juden, die in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 ihren Anfang nahmen. Damals wurden deutschlandweit rund 1400 Synagogen und Versammlungsräume zerstört, hunderte Juden getötet oder in den Suizid getrieben, zehntausende verhaftet.

Auch Luckenwalde war Tatort: Hier wurden die Synagoge verwüstet, heilige Schriften entweiht und jüdische Männer in das KZ Sachsenhausen deportiert.

Das Progromgedenken beginnt um 18 Uhr auf dem Jüdischen Friedhof Luckenwalde am Grünen Weg. Von dort aus führt der Weg unter fachkundiger Leitung des ehemaligen Luckenwalder Pfarrers Detlef Riemer an verschiedene Orte der Stadt, an denen es seinerzeit jüdisches Leben gegeben hat. Eine der Stationen wird die ehemalige Synagoge an in der Puschkinstraße sein. Musikalisch begleitet wird der Gang des Erinnerns vom italienischen Klarinettisten und Saxofonisten Mattia Maccarelli.

Der Stationenweg endet am Union-Kino am Nuthefließ. Dort wird anschließend ab 20 Uhr der Film „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“ von Claus Räfke aufgeführt. Der 2017 veröffentlichte Film erzählt die Lebensgeschichte einiger Juden, die in Berlin und Umland untergetaucht waren und sich oft durch pures Glück der Verhaftung und Ermordung entziehen konnten. Einer der „Unsichtbaren“ und Protagonisten des Films ist der in Berlin geborene und in Luckenwalde untergetauchte Jude Eugen Herman-Friede.

Zeiten und Orte:

18.00 Uhr – Gang des Erinnerns, Startpunkt: Jüdischer Friedhof Luckenwalde, Grüner Weg. Männer sind gebeten, auf dem Jüdischen Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.

20.00 Uhr – Filmvorführung „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“, Union-Kino, Am Nuthefließ. Der Eintritt ist frei.