Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Bericht von der Frühjahrstagung in Luckenwalde

Eine intensive Debatte um den zukünftigen Stellenplan prägte die Tagung der Frühjahrssynode am vergangenen Samstag im Kreishaus Luckenwalde. Dabei sieht der vom Strukturausschuss der Synode vorgelegte und in erster Lesung beratene Stellenplan keine wesentlichen Veränderungen im Verkündigungsdienst vor. Neu ist, dass das bisherige Verwaltungsprojekt zur Unterstützung der Kirchengemeinden in den Stellenplan überführt werden soll.

Einige Synodale bemängelten allerdings, dass die von der Herbstsynode 2018 beschlossen Grundsätze zur Stellenplanung noch nicht oder nur unzureichend angewendet würden. Diese sehen vor, einen in Zusammenarbeit mit dem Institut CIVOS (Nürnberg) entwickelten Grundanforderungsindexes (GAI) zugrunde zu legen. Aus dem ergeben sich sowohl für die Regionen im Norden als auch für den Süden des Kirchenkreises messbare Abweichungen im Blick auf Bevölkerungs- und Gemeindegliederzahlen, Seelsorge und Verwaltungsanforderungen.

Bereits die Herbstsynode hatte festgestellt, dass ein solcher GAI auch für Gemeindepädagog*innen und Kantor*innen erarbeitet werden müsste, um die richtigen Schlussfolgerungen entwickeln zu können. Da diese Daten nicht innerhalb des ursprünglich vorgesehenen Zeitplans verfügbar wurden, konnten sie entsprechend noch nicht berücksichtigt werden.

Außerdem sei es notwendig zu überlegen, welche inhaltlichen Impulse unter den gegebenen Rahmenbedingungen gesetzt werden sollen, gab Superintendentin Katrin Rudolph zu bedenken. Denkbar wären verschiedene Strategien wie regiolokale Zukunftswerkstätten oder etwa die gezielte Entlastung der Mitarbeitenden in neuen Dienstvereinbarungen, um die strukturellen Entwicklungen sinnvoll zu ergänzen.

Die Synodalen bearbeiteten aber weit mehr und ebenso wichtige Themen. So stellte sich die seit Herbst amtierende Generalsuperintendentin Theresa Rinecker den Delegierten vor. Die aus Sachsen-Anhalt stammende Theologin betonte, dass bei allen Veränderungen immer auch zu fragen sei, welche Geschichten wir mit erzählen.

Auch die Arbeit mit Kindern und Familien spielte eine wichtige Rolle: Kreisbeauftragter Michael Henseler stellte mit einer Projektgruppe ein überarbeitetes Konzept für diesen Arbeitsbereich vor. So sollen Kinder noch stärker „Möglichkeiten erhalten, Kirche als Raum wahrzunehmen, in dem sie als Personen angenommen und ernst genommen werden.“ Außerdem geht es um eine stärkere Vernetzung von beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Die Synode beschloss dieses Konzept mit großer Mehrheit.

Eine weitere Projektgruppe stellte zudem Leitlinien für ein zukünftiges Schutzkonzept für Kinder und Jugendliche vor. Es müsse Handlungsanregungen für alle Bereiche beinhalten und Schutzräume benennen, in denen Kinder und Jugendliche in Kirchen und Gemeinden unterwegs sind. Es geht dabei darum, das Vertrauen, das Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern in kirchlich Mitarbeitende setzen, zu bestätigen.

Weiterhin vervollständigten Berichte zum Religionsunterricht und zur Kirchenmusik in der Region die Tagung. Der Leiter der Arbeitsstelle Religionsunterricht, Kevin Fischer unterstrich Bedeutung des Religionsunterrichts im Land Brandenburg als Möglichkeit, Kirche in der Schule sichtbar zu machen. So sind auch im Gebiet des Kirchenkreises die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht stabil geblieben (2646 Teilnehmende). Gleichzeitig wachse der Respekt für das Fach bei Schulleitungen und Eltern. So konnte aktuell in Ludwigsfelde eine Lehrkraft gewonnen werden, die an der örtlichen Grundschule demnächst Religionsunterricht anbieten wird. 

Die Kirchenmusik im Kirchenkreis ist weiterhin auf einem guten Niveau. Das Hauptaugenmerk liegt im Moment auf der Restaurierung von Orgeln und der Ausbildung von ehrenamtlichen Organist*innen. Insgesamt rund 60 Lernende durchlaufen derzeit die ENO-Ausbildung im Seminar Dahme/Mark-Orgelstadt Jüterbog und an über 20 Orgeln in der Region. Inzwischen können auch D-Prüfungen abgenommen werden, die für die weitere kirchenmusikalische Ausbildung von Bedeutung ist. 

Darüber hinaus liegt das Augenmerk derzeit besonders auf die Nachwuchsgewinnung im Bereich kirchlicher Popularmusik. Der Dahmer Kantor Johannes Rathgeber stellte den Synodalen ein Konzept vor, das darauf zielt, Jugendliche und Erwachsene zu gewinnen, die in einer Kirchenkreis-Band zum Einsatz kommen können. Vorgesehen sind dafür Projektwochen(-enden), an einem Ort, der noch festgelegt werden muss. Eventuell könnte dies auch im Rahmen der geplanten Jugendkirche geschehen. 

Daneben spielte auch die Arbeit mit Geflüchteten eine besondere Rolle. Die Flüchtlingsbeauftragte und Jüterboger Pfarrerin Mechthild Falk gab einen umfassenden Bericht über ihre Arbeit seit 2015 und hielt fest: Integration ist ein langwieriger Prozess. Sie könne aber gelingen und die persönlichen Begegnungen seien dafür der Schlüsselmoment. Dabei brauche es die überparteiliche Kraft der Kirchen. Für Mechthild Falk war es die etzte Kreissynode im Amt. Ende März geht die Pfarrerin in den Altersruhestand.

Entsprechend intensiv und herzlich wurde sie von der Synode verabschiedet. Überraschungsgast war dabei der SPD-Landtagsabgeordnete Eric Stone aus Jüterbog. Der Politiker und Jurist war lange Zeit in der Kirchengemeinde Jüterbog aktiv und hatte dort auch seinen Zivildienst absolviert. Stone hob in seiner Ansprache hervor, wie wichtig das Wirken von Mechthild Falk über den Kirchenkreis hinaus für die Zivilgesellschaft der Region war. 

Auch wie es mit der Flüchtlingspfarrstelle nach dem Ruhestand von Mechthild Falk weitergeht, wurde vom Diakonieausschuss-Vorsitzenden Andreas Horstmann skizziert. So soll die Stelle mit der Beauftragung für Diakonische Arbeit in den Gemeinden erweitert werden. Damit erhoffe man sich zusammen mit der Arbeit für Geflüchtete Synergien. Zudem würde damit Rechnung getragen werden, dass die Zahl der Neuangekommenen in den letzten beiden Jahren wieder stark rückläufig waren. Es geht also verstärkt um integrative Arbeit, was sich mit diakonischen Anliegen gut vereinbaren lässt. 

 

Letzte Änderung am: 26.03.2019