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RSSPrint

Bericht von der Frühjahrstagung am 17.3. in Luckenwalde

Ökologischer Umgang mit Kirchlichem Pachtland

Wie sollen Kirchengemeinden sich verhalten, wenn ein Unternehmen in großem Stil Land pachten will, um Windkraftanlagen zu bauen oder Hühnerfarmen und der kleine landwirtschaftliche Betrieb im Dorf daran zugrunde gehen droht?  Auf das große Geld einfach so verzichten? Gut gebrauchen kann ja auch die Kirchengemeinde jeden Euro. 

Die Evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hat zu dieser und weiteren Fragen im vergangenen Jahr eine Handreichung herausgegeben, die einige Kriterien für die Verpachtung landwirtschaftlicher Flächen erstellt. Grund genug für die Synodalen sich mit diesem Thema auf ihrer Frühjahrstagung intensiver zu befassen. 

EKBO-UmweltbeauftragterHans-Georg Baaske und Mitautor Heinz-Günther Klaasaus unserem Kirchenkreis haben zunächst noch einmal die Handreichung vorgestellt und die wichtigsten Themen skizziert. Mit dem biblischen Auftrag, die Schöpfung zu bewahren ist auch verbunden, die biologische Vielfalt auf Kirchlichem Boden zu erhalten, so Baaske. Im Bereich der EKBO besitzen Kirchengemeinden 24.000 ha landwirtschaftlich genutzte Flächen, dazu kommen noch einmal rund 14.000 ha Forst. Ziel sei es, bis 2025 25% davon ökologisch zu nutzen, bis 2050 sollen es sogar 50 Prozent sein.

Das dies ein anspruchsvoller Plan ist zeigen die Zahlen die Hans-Georg Sehmsdorf, im Verwaltungsamt für Pachtfragen zuständig, für den Kirchenkreis beisteuert. Kirchenkreisweit werden 2539 ha landwirtschaftliche Flächen verpachtet, nur 228 ha an Bio-Landwirte. Das sind derzeit neun Prozent. 

Die Fläche teilen sich 165 Pächter, meist Agrargenossenschaften oder Einzel-Landwirte. Doch immer mehr Großunternehmen versuchen Flächen auch von Kirchengemeinden zu pachten oder ganz zu kaufen. Für Kirchengemeinden ist das eine ernste Herausforderung. Da Pachtpreise generell im Steigen begriffen sind, muss man aber nicht unbedingt auf das höchste Angebot zurückgreifen. Vielmehr komme es darauf an, die Verträge so zu gestalten, dass ökologische Prinzipien wirken können. 

Das setzt voraus, dass man die eigenen Flächen und Bedingungen genau kennt. Eine Begehung durch den Gemeindekirchenrat wird dringend empfohlen. Wichtig seien auch soziale Kriterien, der Bauer vor Ort ist allemal gegenüber anderen Anbietern zu bevorzugen, weil hier auch bessere Kontrollmöglichkeiten bestünden. 

Verträge sollten auch niemals langfristig geschlossen werden, da sich die Bedingungen auch permanent ändern, ebenso ist eine Umstellung auf eine Bemessung nach Bodenpunkten hilfreich. Das sichert Transparenz und Vergleichbarkeit. 

Strukturanalyse für den Kirchenkreis 

Der Kirchenkreis hat im vergangenen Jahr das Institut Civos beauftragt eine Strukturanalyse für die Region durchzuführen. Das Institut hat sich auf die Erstellung von Strukturkartenmaterial besonders im kirchlichen Raum spezialisiert. Dieser Prozess dient der Vorbereitung eines neuen Stellenplans, der ab 2020 notwendig wird. Klar ist bereits heute, dass die Gemeindemitglieder-Zahl dafür nicht mehr das grundlegende Kriterium sein kann, da dann Pfarrstellen im Süden des Kirchenkreises nicht mehr besetzbar sein werden, begründete Supn. Furian den Schritt.

In mehreren Gesprächsrunden mit einer kreiskirchlichen Arbeitsgruppe hat das Nürnberger Institut unter Leitung von Dr. Florian Scherz einen sogenannten Grundanforderungsindex erstellt, der auf vier Säulen aufbaut. 

  • Säule 1 - Geographische Struktur: Anzahl der Predigtstätten, Einwohner insgesamt
  • Säule 2 - Seelsorge: Anzahl Gottesdienste/Jahr, Ev. Kinder bis 14 Jahre, Evangelische über 80 Jahre
  • Säule 3 - Verwaltung: Gebäude und Friedhöfe in der Verwaltung der Pfarrämter
  • Säule 4 - Gemeindeglieder

 

Auf Basis dieser vier Säulen wird das Institut Daten erheben und in Karten grafisch darstellen. Damit wird es zukünftig besser möglich sein, Bereiche herauszuarbeiten, Veränderungsbedarf im personellen Bereich besteht.

Erste Karten in Bezug auf die Altersstruktur der Gemeindeglieder wurden den Synodalen bereits vorgestellt. 

Verabschiedung von Superintendentin Katharina Furian

Nach knapp 18 Jahren Dienstjahren war es für Katharina Furian die letzte Kreissynode als Superintendentin des Kirchenkreises Zossen-Fläming. Die Kirchenparlamentarier verabschiedeten sie mit lang anhaltendem, freundlichen Applaus.

Präses Berhard Gutsche hob bei der Verabschiedung hervor, in ihren Berichten immer klar und zugewandt gewesen zu sein. Auch habe sie selbst schwierige Sachverhalte anschaulich erklären können, was es den Synodalen leicht gemacht habe, ihr zu folgen.

Die Superintendentin selbst richtete auch noch einmal das Wort an die Synodalen und zog einen Vergleich mit ihrem Vater, der von 1970 an 17 Jahre lang Superintendent des damaligen Kirchenkreises Zossen gewesen war. Er habe damals bei seiner Verabschiedung gesagt: "Wir sind eine Minderheitenkirche, aber wir werden es in noch stärkerem Maße. (...) Für die Gemeinden heißt dies, den Schwerpunkt der Arbeit von der Betreuungsarbeit auf die missionarische Ausrichtung des Auftrags zu verlagern."  Das habe seine Gültigkeit behalten, "wir müssen eine missionarische Gemeinde vor Ort sein", so Katharina Furian.

Das vollständige Abschiedswort der Superintendentin finden Sie hier.

Auf der Tagung wurde darüber hinaus Pfarrerin Ramona Rohnstock aus dem Pfarrsprengel Jüterbog-Kloster Zinna verabschiedet. Sie war fünf Jahre für die Kirchengemeinde Kloster Zinna und für die Jugendarbeit in der Region zuständig.-Mitte April wechselt sie in die Epiphanien-Kirchengemeinde nach Berlin-Charlottenburg.

Beschlüsse und Wahlen

In Vorbereitung auf den Stellenwechsel im Superintendentenamt wurde aus dem Kreis der Synodalen eine 5-köpfige Vorschlagskomission gewählt, zu der dann auch noch Mitglieder der Kirchenleitung, des Konsistoriums und der Generalsuperintendent Martin Herche zählen. Die Komission wird die eingegangenen Bewerbungen sichten und geeignete Kandidat*innen zu den Vorstellungsgottesdiensten am 22. April nach Zossen, am 29. April  nach Jüterbog und ggf. am 5. Mai nach Luckenwalde einladen. Die Gottesdienste und der anschließende Vortrag beginnen jeweils um 14 Uhr. Am 16. Mai soll dann in der Dreifaltigkeitskirche in Zossen die Wahl der neuen Superintendentin/ des neuen Superintendenten stattfinden. 

In diesem Zusammenhang wurde auch die Aufstockung der kreiskirchlichen Pfarrstelle für das Superintendententen-Amt von 75 auf 100 Prozent beschlossen. Die Anteile werden aus der Kreisjugendarbeit entnommen. Mit diesem Schritt holt der Kirchenkreis das nach, was in allen anderen Kirchenkreisen der EKBO längst Praxis ist. Damit verbunden ist dann auch ein Predigtauftrag in der Kirchengemeinde Zossen. 

Durch den beruflich bedingten Rückzug von Rául Fischer (Dahlewitz) aus dem Kreiskirchenrat und dem Vorsitz des Strukturausschusses wurde für diese Ämter eine Nachwahl erforderlich. Neues Mitglied im Kreiskirchenrat ist Kornelia Puls (Luckenwalde), neue Vorsitzende im Strukturausschuss ist Pfn. Susanne Seehaus (Pfarrsprengel Rangsdorf). 

Außerdem konnte ein neuer Vorsitzender für den Bauausschuss gewählt werden: Pfr. Hartmut Hochbaum (Ev. Pfarrsprengel Zossen-Wünsdorf). 

Von Friedemann Düring, Öffentlichkeitsarbeit im Ev. Kirchenkreis Zossen-Fläming

Letzte Änderung am: 03.05.2018