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RSSPrint

Wir sind alle Kinder Gottes

Die Hoffnung auf mehr Verständnis füreinander und ein wachsendes Miteinander

Von Pfarrer Wolfgang Scholz, Pfarrsprengel Illmersdorf-Meinsdorf-Werbig

Vor wenigen Tagen hatte ich das Glück, als Delegierter unserer Landeskirche gemeinsam mit Pfarrerin Mechthild Falk an einer Konferenz mit Vertretern unserer Partnerkirche in der Diözese Göteborg der schwedischen Kirche teilnehmen zu dürfen. Neben vielen Begegnungen mit Mitarbeitern gab es auch ein besonderes Treffen nach unserer Ankunft. In der Gemeinde Falkenberg, etwa 100 Kilometer südlich von Göteborg an der Küste gelegen, wurden wir zu einem Fest eingeladen, das extra für uns vorbereitet worden war. In Falkenberg kümmert man sich mit viel Engagement um geflüchtete Menschen. Mit vielen Ehrenamtlichen werden Sprachkurse sowie Begleitung beim Gang auf Ämter angeboten und Hilfen gegeben bei persönlichen Problemen. Da sich dort christliche Menschen zusammenfinden, haben auch das gemeinsame Beten und Feiern von Gottesdiensten einen festen Platz. Und immer spielt auch die Begegnung von Flüchtlingsgruppen untereinander eine große Rolle. Dass ein Diakon selbst als Flüchtling nach Schweden kam und somit nicht nur die Sprache vieler anderer Migranten beherrscht, sondern auch mit den Lebensumständen und Gebräuchen in den Herkunftsländern vertraut ist, macht die Sache natürlich leichter.

Für den Abend unseres ersten Tages hatten nun die verschiedenen Gruppen ein Fest vorbereitet, bei dem sie uns die Vielfalt ihrer Kulturen und ihrer Küche vorstellten. Ein Büffet lud ein zum Kosten syrischer und afrikanischer Gerichte. An liebevoll gedeckten Tischen saßen wir beisammen, bis unsere Gastgeber uns auch noch einen musikalischen Einblick in ihr Land gaben. Was mich besonders beeindruckt hat, war das tolle Miteinander von allen. Die verschiedensten Sprachen schwirrten durch den Raum und trotzdem war es eine große Gemeinschaft, getragen von einem gemeinsamen Glauben und dem Wissen, dass wir alle gleichberechtigte Geschöpfe des einen Gottes sind.

Als gegen Ende des Festes ganz unterschiedliche Menschen zu den fremdländischen aber eingängigen und rhythmischen Klängen und Gesängen tanzten, konnte ich in viele strahlende Gesichter sehen. Zum Abschluss trafen wir uns alle in der Kirche zu einer Andacht in vier Sprachen. Oft musste ich in den letzten Tagen an dieses Ereignis denken. Im Verlauf der Konferenz ging es noch thematisch um die Arbeit für und mit geflüchteten Menschen in unseren beiden Kirchen. Und schon da kam – wenigstens am Rande – auch zur Sprache, wie es damit weitergehen könnte; denn auch in Schweden hat es bei den letzten Wahlen einen Rechtsruck gegeben. Dass in der Folge wieder Ausgrenzungen und geschürte Ängste vor Fremdem neuen Auftrieb bekommen könnten, war eine Sorge, die auch ausgesprochen wurde.

Und doch stand am Ende die Hoffnung, dass es gelingt, zu mehr Verständnis füreinander und zu einem wachsenden Miteinander zu kommen; denn wir, als Christen, sehen auch in Menschen aus anderen Ländern Kinder Gottes. So werden mir die Erinnerungen an viele Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen in den Tagen in Schweden noch lange im Gedächtnis bleiben, und ich freue mich auf weitere Treffen mit Vertretern der schwedischen Kirche in zwei Jahren dann wieder bei uns in Berlin-Brandenburg, wenn es sicher um ganz andere Fragen gehen wird, die uns aber gemeinsam beschäftigen in unseren Kirchen.

Vielleicht finden sich bis dahin noch weitere Menschen auch aus unserem Kirchenkreis, die sich an dem Austausch beteiligen möchten. Dazu muss man nicht unbedingt schwedisch sprechen; denn offizielle Konferenzsprache ist Englisch. Wenn Sie jetzt Interesse haben, melden Sie sich einfach mal bei mir unter Telefon 03 37 44/6 02 16. Ich gebe Ihnen dann gern weitere Informationen zu unserer Partnerschaftsarbeit.

Einen schönen und gesegneten Herbstsonntag mit hoffentlich vielen anregenden Begegnungen wünsche ich Ihnen.

Letzte Änderung am: 12.11.2018