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RSSPrint

Ewige Geborgenheit

Der Glaube kann ein Schatz sein – er bewahrt die Menschen davor, abzurutschen und die sichere Bahn des Lebens zu verlassen.

Von Pfarrer Michael Frohnert, Ev. Kirchengemeinde Schönefeld und Groß Ziethen

Im Schrank steht noch immer eine kleine Holzkiste. Nein, eigentlich ist es keine Holzkiste, sondern eine Schatzkiste. Sie ist nun schon etwas länger außer Gebrauch. Und doch erinnert sie mich noch immer daran, welchen Spaß es gemacht hat, kleinere Überraschungen für die Kinder in der Schatzkiste zu verstecken und welche Freude es den Kindern gemacht hat, den Schatz zu suchen und dann natürlich auch, ihn irgendwann zu finden.  Mittlerweile sind sie aber aus dem Alter raus. „Schätzesuchen ist doch nur was für Kinder.“

Naja, vielleicht muss man noch mal ein bisschen älter werden, um wieder Spaß daran zu finden, denn die „Jagd“ nach Schätzen steckt doch in den meisten Menschen. Das weiß auch ein Mann Namens Paulus. Er reist jahrelang durch den östlichen Mittelmeerraum. Nicht um auf einer Segelyacht Urlaub zu machen, sondern weil er Werbung machen will. Werbung für seinen Glauben an Jesus Christus. Heute würde man ihn wohl als Influencer bezeichnen.

Ein Influencer ohne Youtube und hübsche Bildchen, sondern nur mit der Kraft seiner Worte ausgestattet. So bedient er sich geschickt der menschlichen Leidenschaft für die Jagd nach Schätzen und schreibt an die Gemeinde in Colossae: „In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis!“

„Alle Schätze“ – das klingt nach einer ziemlich großen Schatzkiste. Sind darin vielleicht ein neues Handy, eine schöne Uhr oder gar ein neues Auto versteckt? Auch das sind große Schätze. Sie haben nur einen Nachteil, sie halten nicht ewig. Darum ist für mich ist der größte aller Schätze die ewige Geborgenheit in Gottes Liebe, die ich im Glauben an Christus erkenne und erlebe.

Das ist ein Schatz, an dem ich mein ganzes Leben und darüber hinaus Freude haben kann. Warum? Nehmen Sie ein Blatt Papier und legen Sie auf das Blatt eine Büroklammer. Unter das Blatt halten sie quasi unsichtbar einen Magneten. Sobald sich Büroklammer und Magnet näher kommen, wird der Magnet die Klammer nicht mehr loslassen. Wie der Magnet die Klammer hält, so hält Gott auch mich und dich. Unsichtbar und doch spürbar. Was für ein Schatz!

Ich gebe zu, dieser Versuch hat auch seine Schwächen. Weder ist Gott ein Magnet, noch sind wir Menschen Büroklammern. Wir fahren ja auch nicht auf einem Blatt Papier herum, sondern kämpfen uns mal mehr und mal weniger erfolgreich durchs Leben. Dennoch kann dieses kleine Experiment dabei helfen, sich bewusst zu machen, wieso Paulus Jesus als „Schatz“ bezeichnet: Wie der Magnet die Büroklammer davor bewahrt, vom Blatt abzurutschen; wie der Magnet die Klammer auf sicheren Bahnen führt, so ist Gott derjenige, der uns Menschen davor bewahrt, abzurutschen und die sichere Bahn des Lebens zu verlassen.

Auch das ist ein Schatz. Ein Schatz, den ich nicht in eine Schatzkiste stecken kann und der doch wichtiger ist, als alles, was in eine Kiste passt. Verborgen sicherlich, aber es lohnt sich, ihn zu suchen. Sowohl für Christen, als auch für die Menschen, die meinen, es gäbe keinen solchen „Magneten“.

 

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Seit diesem Jahr beteiligen sich auch Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem benachbarten Ev. Kirchenkreis Berlin-Neukölln, die im Verbreitungsgebiet der MAZ tätig sind, an den "Gedanken zum Wochenende".

Letzte Änderung am: 23.09.2019