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Die alte spätromanische Feldsteinkirche aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist bis heute das Zentrum des kleinen Ortes Rietdorf, westlich von Dahme/Mark. Im Laufe der wechselvollen Geschichte veränderte sich dabei der sakrale Bau immer wieder. So wurden vor Jahrhunderten einige der ursprünglichen Rundbogenfenster barock vergrößert und die bis heute erhaltene hufeisenförmige Empore eingebaut. Mitte des 19. Jahrhunderts erklang erstmals die Orgel, die nun auch wieder zu den Gottesdiensten in der Kirche zu hören ist.

Ein paar Geheimnisse birgt das Gotteshaus noch. So verrät uns beispielsweise die alte hölzerne Kanzel, dass unter dem Farbanstrich vermutlich früher einmal die vier Evangelisten zu sehen waren; zumindest ist an einer Stelle der Kanzel, wo die Farbe abgekratzt wurde, wieder eine Hand zum Vorschein gekommen.

Eine Eigenart weist auch das Altargemälde aus dem 19. Jahrhundert auf. Während das Hauptgemälde (gekreuzigter Christus) aus dem 19. Jahrhundert stammt, stammt das Gemälde der Predella noch aus der Erbauungszeit des Altars im 17. Jahrhundert. Üblicherweise werden an dieser Stelle das letzte Mal Jesu mit seinen Jüngern dargestellt. Doch dem Gemälde fehlen dabei entscheidende Personen und Motive. So gibt es keinen Jesus, statt 12 Jünger sind nur 10 zu sehen, die zum Teil mit Hüten dargestellt, wie sie Juden in der Renaissancezeit in Europa trugen. Auch Trinkgefäße fehlen. Deshalb handelt es sich wohl um eine jüdische Darstellung eines Pesach-Males zur Erinnerung aus die Rettung aus Ägyptischer Sklaverei. Eine ausführliche Beschreibung findet sich im Jahresheft 2016 des Fördervereins "Alte Kirchen Brandenburg" e.V. 

Zumindest einen Rietdorfer zog es im 19. Jahrhundert aus dieser Gegend in die weite Ferne. Johann Gottlob Großkopf, geboren und getauft 1851 in der Rietdorfer Kirche, fuhr per Schiff mit 27 Jahren als Missionar nach Transvaal/Südafrika. Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er dort und prägte nachhaltig seine Missionsstation. Erst 1924, ein Jahr vor seinem Tod, betrat er wieder deutschen Boden. Nach Rietdorf kehrte er allerdings nicht wieder zurück.

Letzte Änderung am: 15.05.2017