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Die Kirche in Pechüle ähnelt der im nur einen Kilometer entfernten Dorfkirche Bardenitz zum Verwechseln: ähnlicher Backsteinbau mit romanischen Elementen aus dem 13. Jahrhundert, breiter Westturm mit Dachreiter aus dem 15. Jahrhundert. Von Ferne sind beide Gebäude kaum zu unterscheiden.

Die Pechüler Kirche hat aber auch ihre Besonderheiten. So ist das Gebäude das älteste noch erhaltene und genutzte Backsteingebäude im Fläming. Kulturhistorisch bedeutsam ist zudem das langgestreckte Tafelbild aus dem Jahr 1380. Es zeigt 16 Szenen aus dem Neuen Testament: vom Einzug Jesu nach Jerusalem, seinen Leidensweg bis zur Auferstehung und Himmelfahrt. Die Arbeit erinnert an die böhmische Buchmalerei dieser Epoche.

Auch sonst ist die Kirche reichhaltig ausgestattet. Der gotische Schnitzaltar aus der Zeit um 1470 steht an der Südwand des Chores. Im Feld befinden sich die Heiligen Johannes mit dem Attribut Kelch, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Attribut Schwert und eine nicht mehr zu bestimmende Heilige ohne Attribute, bei der es sich vermutlich um Dorothea oder Margaretha handelt.

Der linke Flügel beinhaltet den Georg mit dem Drachen, einen Abt, sowie einen Bischof. Der hl. Mauritius im rechten Flügel ist an seiner schwarzen Hautfarbe erkenntlich, er wird begleitet von Petrus und Paulus.

Weiterhin befinden sich im Chor sechs Schnitzfiguren auf Konsolen, von denen nur die Heiligen Ursula und Dorothea klar zu identifizieren sind. 

Die übrige Ausstattung, insbesondere die üppig bemahlte Kanzel sowie der Taufstein stammen aus dem 16 Jahrhundert. Und so gilt es festzuhalten, dass die für eine Dorfkirche sehr ungewöhnlich reichhaltige Ausstattung wohl ursprünglich für ein bedeutenderes Bauwerk bestimmt war: nämlich die rund 20 Kilometer entfernte Klosterkirche Zinna

In der Kirche wird regelmäßig Gottesdienst gefeiert. Zur Besichtigung ist der Schlüssel im Pfarrhaus gegenüber der Kirche erhältlich. 

Letzte Änderung am: 09.10.2017