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Jüterboger Kirchengemeinde sperrt aus Protest Kirchentürme

16.04.2018

Die Kirchengemeinde wendet sich damit gegen Anfeindungen an ihre Pfarrerin Mechthild Falk - Auch Superintendentin Katharina Furian steht hinter der Entscheidung.

Aus Protest gegen Anfeindungen, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sperrt die evangelische Kirchengemeinde in Jüterbog bis auf weiteres die Türme der St. Nikolai-Kirche.

Der Beschluss des Gemeindekirchenrates richte sich gegen eine Kampagne gegen Pfarrerin Mechthild Falk, an der auch der unter anderem wegen fremdenfeindlicher Äußerungen umstrittene Jüterboger Bürgermeister Arne Raue beteiligt sei, bezieht auch der für den Sprengel Görlitz verantwortliche Generalsuperintendent Martin Herche Stellung.

Der Pfarrerin und anderen in der Flüchtlingshilfe Engagierten werde aus Jüterboger Kreisen vorgeworfen, sie würden Straftaten ermöglichen, unterstützen oder gar selber begehen, heißt es in einer Erklärung. "Dem stellen wir uns als Gemeindekirchenrat entgegen. Wir akzeptieren es nicht, wenn Würdenträger der Stadt privat oder öffentlich falsche Behauptungen gegen unsere Pfarrerin aufstellen, um das für ihre politischen Ziele zu nutzen."

Mechthild Falk, die auch Beauftragte für die Arbeit mit Geflüchteten im Kirchenkreis Zossen-Fläming ist, wird vorgeworfen, dass sie statt Anzeige zu erstatten das Gespräch mit einem Flüchtling gesucht habe, der ohne Führerschein Auto gefahren sei. Falk habe dem Flüchtling erklärt, "dass er eine Fahrerlaubnis und einen Führerschein benötigt und warum dies der Fall ist".

Jedoch ist es in diesem Fall rechtlich gar nicht notwendig, eine Anzeige zu erstatten. Die Pfarrerin hat sich somit korrekt verhalten. Superintendentin Katharina Furian stellt deshalb klar, dass sie zu 100 Prozent hinter der Entscheidung des Gemeindekirchenrates und hinter Pfarrerin Falk steht.

Bereits am Freitag (13.4.) hatte die Kirchengemeinde mit dem Politischen Abendgebet in der St. Nikolai-Kirche ein starkes Zeichen gegen die fremdenfeindlich ausgerichtete Kundgebung des Vereins "Zukunft Heimat" in Jüterbog gesetzt.

Rund 130 Menschen haben an dieser Veranstaltung teilgenommen, an der Grußworte von Bischof Dr. Markus Dröge und Ministerpräsident a. D. Manfred Stolpe verlesen wurden. Superintendentin Katharina Furian, rief im Abendgebet dazu auf "nicht dem Hass mit Hass zu begegnen, sondern den Hassenden den Raum nehmen."