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Die Bekenntnisse

© Margit Kessler/pixelio.de

Bekenntnisse sind grundlegende Zusammenfassung dessen, was Christen glauben. Sie können unterschiedliche Formen haben: Manchmal sind es knapp gehaltene Aussagen darüber, wie Gott als Vater, Sohn oder Heiliger Geist verstanden werden kann. Manchmal handelt es sich auch um längere Abhandlungen und bezieht Vorstellungen mit ein, wie christliches Leben verstanden werden kann.

Das Glaubensbekenntnis

Christen beten in jedem Gottesdienst das Glaubensbekenntnis in der Form des sogenannten Apostolischen Glaubensbekenntnisses, manchmal auch das Nizänische Glaubensbekenntnis. In beiden Bekenntnissen sind die Glaubensinhalte in knapper Form wiedergegeben.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in seinem heutigen Bestand erstmals im 5. Jahrhundert im Gebiet des heutigen Frankreichs belegt. Es hat seinen Ursprung wohl in einem dreigliedrigen Taufbekenntnis und wurde in dieser Form wohl schon ab dem 2. Jh. n. Chr. zur Taufe verwendet.

Das Nizänische Glaubensbekenntnis hat eine andere Entstehungsgeschichte hinter sich. Ihm vorausgegangen sind eine ganze Reihe von theologischen Streitigkeiten in der frühen christlichen Kirche. Es ging hauptsächlich um die Frage, wie der Mensch Jesus von Nazareth gleichzeitig Gottes Sohn sein kann. Auf dem Konzil von Nizäa in Kleinasien (heutige Türkei) wurde die Frage 325 n. Chr. erstmals entschieden. Die Diskussionen gingen danach jedoch noch einige Zeit weiter.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis hat jedoch innerhalb der Kirche eine wesentlich größere Popularität erlangt und ist bis heute viel bekannter.

Apostolisches Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn.
Empfangen von dem Heiligen Geist,
geborene von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.
Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten,
und das ewige Leben.

Amen.

Bekenntnisse der Reformationszeit

Die Entstehung der reformatorischen Kirchen im 16. Jahrhundert brachte eine ganze Reihe neuer Bekenntnisschriften hervor, die bis heute Grundlage des Glaubens in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sind. Das wichtigste reformatorische Bekenntnis fasste Philip Melanchthon im sog. Augsburger Bekenntnis (lateinisch "Confessio Augustana") zusammen. Diese wichtigste Bekenntnisschrift wurde erstmals am 25. Juni 1530 beim Reichstag zu Augsburg verlesen. Es besteht aus 28 Artikeln, von denen die ersten 21 die Lehre Martin Luthers darlegen, insbesondere seine Lehre von der Rechtfertigung. Die restlichen Artikel befassen sich mit den Missbräuchen in der katholischen Kirche. Noch heute werden Pastoren/innen auf dieses Bekenntnis ins Amt eingesetzt (Ordination).

Darüber hinaus zählt auch der sogenannte Kleine Katechismus Martin Luthers (1529). Es ist eine Lehrschrift, mit einer knappen Auslegung der Zehn Gebote, des Vaterunsers, der Sakramente Taufe und Abendmahl sowie zur Beichte. In damaliger Zeit war der Kleine Katechismus die wichtigste Schrift zur christlichen Unterweisung. Auch heute lohnt es sich, in sie hineinzulesen.

Neuere Bekenntnisse

Ein wichtiges, modernes Bekenntnis wurde unter der Federführung von Karl Barth in Abgrenzung gegen das Naziregime formuliert. Führende Männer der Evangelischen Kirche formulierten auf der Bekenntnissynode von Barmen (29. –31. Mai 1934) der Bekennenden Kirche die Barmer Theologische Erklärung.

Wegweisend ist der Artikel 1, der sich eindeutig zu Jesus Christus als dem einzigen Führer bekennt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich (Johannesevangelium 14, 6)".

Zur Jahrtausendwende hat die EKBO sogenannte „10 Leitsätze zum Christlichen Leben“ verfasst. Sie haben zwar nicht den gleichen Stellenwert wie die oben genannten Bekenntnisse, geben aber in knapper Form Auskunft darüber, was christliches Leben in unserer Kirche ausmacht.

Letzte Änderung am: 15.12.2015